Grenzland Festungsland

Grenzland-Festungsland

So nah- und doch so anders! Ganz dicht an der Grenze und trotzdem ein wahres Kulturerlebnis, sind die vielen Festungsdörfer in Bourtange, Wedde, Oudeschans und Heiligerlee.

Sternenförmig

Sternenförmig

Sternenförmig ist die gesamte Festung ausgerichtet. Dabei bildet der Marktplatz das Zentrum des Sternes. Urgesellige Restaurants und Geschäfte laden zum Verweilen ein. Abseits vom stressigen Alltag reisen Sie in der Zeit zurück, denn hier, unter den Lindenbäumen, ist alles noch so wie früher. Vom Zentrum dieser sternenförmigen Festung reihen sich rund herum kleine, liebevoll gebaute Häuser. Die Zacken zeigen in alle Himmelsrichtungen, Im Norden zum Friesischen Tor, zur deutschen Seite in Richtung des Münstertors und natürlich in allen Richtungen zu den Wachposten und Bastionen, die die Burg damals beschützen. Für einen besonderen Ausblick sorgt der kleine Weg, der um die gesamte Festung führt- hier laufen Sie buchstäblich hoch oben auf einem Stern.

Zurück in die Zeit….

Zurück in die Zeit….

Prinz Wilhelm von Oranien erteilte 1580 den Auftrag, um hier, an der Grenze zwischen Groningen und Deutschland, einen Verteidigungsstützpunkt mit fünf Festungen anzulegen. Damals herrschte der Achtzigjährige Krieg; der Aufstand gegen die spanischen Gewaltherrscher war im Gange. Die Infrastruktur zwischen Groningen und den deutschen Städten beschränkte sich auf einen kleinen Sandweg, der durch die Moorlandschaft verlief. Der Prinz erhoffte sich durch das Abschneiden dieses Zufahrtsweges eine Kapitulation der Stadt erzwingen zu können.

Bourtange und die Geschichte der 200.000 Kugeln

Bourtange und die Geschichte der 200.000 Kugeln

Fast ein Jahrhundert später, nämlich 1672, reiste der gefürchtete Bischof von Münster, auch Bomben-Bernd genannt, mit seiner Armee in Richtung Stadt Groningen, um die Stadt zu zerstören. Als er die Festung Bourtange erblicke, stockte ihm der Atem und so bot er der Festung 200.000 Gulden im Tausch gegen freies Geleit an. Zu seiner Verwunderung lehnte der Befehlshaber Prott mit der heldenhaften Antwort „seine Exzellenz könne gerne 200.000 Kugeln bekommen“ ab.

Festungsstadt Bourtange

Festungsstadt Bourtange

Im letzten Jahrhundert nahm der Verfall des Dorfes seinen Lauf. Aus dem Moor war Ackerland geworden und die Bastion hatte ihre strategische Funktion verloren. Langsam wuchs der Plan heran, um der Festung und somit auch der Region neues Leben einzuhauchen- und so wurde die Festungsstadt Bourtange wieder aufgebaut, ganz im Stil des Jahres 1742, in dem das Schanzendorf seine wohl ruhmreichste Zeit erlebte. Dank dieser Investitionen ist es Ihnen heute möglich, um durch die schmalen Gassen zu schlendern und einmal in die alte Zeit zurück zu reisen. In dem neuesten Museum, Terra Mora (Sumpfland), entdeckt man sehr anschaulich aus der Vogelperspektive mehr über die Flora und Fauna im Gebiet um Bourtange. Auch die Kleinsten kommen hier auf ihre Kosten und können viel entdecken. Hier wird Geschichte ganz anschaulich und echt nachempfunden.

Wedde

Wedde

Auf dem Weg nach Heiligerlee, wo die bekannte Schlacht 1568 den Beginn des achtzig jährigen Kriegs mit den Spaniern einläutete, kommt man auch an Wedde vorbei. Hier befindet sich die gleichnamige Burg, in den Niederlanden „Huis te Wedde“ genannt. Vom Schloss mit seinen dicken Schutzmauern ist nur noch das Steinhaus übrig. Würdevoll steht es auf einer quadratischen Insel, umgeben von Grachten und einem üppigem Garten. Vor Jahrhunderten liefen hier die Grafen Ludwig und Adolf von Nassau, und später Bomben-Bernd, über die Zugbrücke. Im Mittelalter herrschten die Burgherren Addinga mit harter Hand über das Gebiet. Gefangene wurden in Zellen im Keller eingeschlossen, deren Konturen bis heute auf den gepflasterten Boden zu sehen sind. Etwas weiter, auf dem Geselberg, fanden Hexenverbrennungen statt.
Glücklicherweise sind diese rauhen Zeiten vorbei und wohnen heute gastfreundlichere Gesellen in der Burg. Der Rittersaal eignet sich hervorragend für ein stimmungsvolles Abendessen oder ein rauschendes Fest.
In dem so genannten Kinderhotel wohnen bedürftige Kinder, die „auf der anderen Seite des Glücks“ geboren sind. Ihnen wir hier ermöglicht, sich auch einmal wie ein Prinz oder eine Prinzessin zu fühlen. Eine selbstlose Organisation errichtete dieses Hotel als Denkmal an die Geschichte mit ihren menschenunwürdigen Zuständen.

Oudeschans

Oudeschans

Oudeschans, 12 km gen Norden, lag früher am Dollart. Über den Seedeich verlief eine Straße nach Groningen. Auch hier gründeten die Truppen von Nassau eine Festung. Auf dem Grundriss sieht man noch Teile der sternenförmigen Bastionen und des Festungsgrabens. Der Wall ist schmaler und nicht so hoch wie in Bourtange. Im Gegensatz zu Bourtange können Sie hier die Überreste der Festung erleben.Deshalb ist Oudeschans von Touristen weniger geschätzt und viel ruhiger. 
Einen authentischen Eindruck bekommen Sie durch das Festungsmuseum mitten im Dorf.Von der Entstehung des Landes über verschiedene Waffen bis hin zu alten Fundstücken aus dieser Zeit, das Museum gibt Ihnen einen wahren Einblick in das normale Leben im Mittelalter.

Heiligerlee

Heiligerlee

Nordwestlich von Winschoten liegt Heiligerlee, wo im 16. Jahrhundert alles begann. An der Stelle, an der die Armee von Ludwig von Nassau die Truppen des Grafen von Arenberg am 23. Mai 1586 ruhmreich besiegte, steht jetzt ein Bauernhof. Hier befindet sich auch das Denkmal von Graf Adolf, welches der hier Gefallen gewidmet ist. Besucher aller Himmelsrichtungen sind heute in dem wunderschön restaurierten Museum der Schlacht herzlich willkommen. Auf dem Dach der „Erlebnisburg“ laden interaktive Spiele die ganze Familie ein. Ganz spielerisch erfahren Sie so noch mehr über die Geschichte. Wie schwer eine Muskete eigentlich ist, kann man hier selber herausfinden. 
Nach all diesen Informationen können Sie sich gerne bei einer Tasse gutem, holländischen Kaffee oder Tee in einer stilgetreuen Brasserie entspannen.

Text: Bert Nijmeijer

Hier entdecken Sie Geschichte hautnah

Knotenpunktsystem

Die Routen können auf basis des Knotenpunktsystems gefahren werden.

Im Radroutennetz eines Knotenpunktsystems sind alle Kreuzungen (Knotenpunkte) der Radrouten durchnummeriert. An den Knotenpunkten stehen Wegweiser zu allen benachbarten Knotenpunkten. Hier werden neben der Nummer des Knotenpunktes die Wege zu benachbarten Knotenpunkten ausgewiesen. Die Wegweiser zu einem benachbarten Knotenpunkt sind mit dessen Nummer beschriftet. Üblicherweise steht an jedem Knotenpunkt zudem eine Orientierungstafel mit einer Karte des Netzsystems und den Nummerierungen der Knotenpunkte.

Radtour 1 | 47,15 km

Radtour 2 | 80,03 km

Radtour 3 | 49,53 km


Stille Zeugen der Geschichte



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